Beutetier-Baukasten : Komponente 1 = Muskelfleisch

Wir beginnen mit dem Muskelfleisch, dessen Anteil mit 50% des fleischigen Anteils, den grössten Platz in der BARF-Ration einnimmt. Muskelfleisch liefert dem Körper lebensnotwendige Proteine, die er braucht um körpereigenes Eiweiß (z.B. Muskulatur) aufzubauen.

Im Fettanteil des Muskelfleisches findet man gesättigte Fettsäuren, die als Energielieferanten fungieren und dabei helfen fettlösliche Vitamine umzuwandeln. Das Fett enthält aber auch ungesättigte Fettsäuren, diese sind unter anderem am Zellmembran-Aufbau und an der Bildung von Hormonen beteiligt. 

Aber auch Vitamine (vor allem Vitamin B1 und B2) sind in Muskelfleisch vorzufinden, diese sind wichtig für die Funktion von Herz und Muskeln, sie unterstützten die Konzentration und Ausdauer. Das Vitamin Niacin, das eine große Rolle für den Stoffwechsel spielt, kommt im Muskelfleisch genauso vor wie Mineralstoffe und Spurenelemente.

 

Was aber ist eigentlich Muskelfleisch? Zunächst einmal ist jedes Fleisch ein Muskel - Muskeln findet man im ganzen Körper. Es gibt verschiedene Muskelstrukturen: glatte und quergestreifte Muskeln. Für das BARFen spielt vor allem der quergestreifte, aktive Muskel eine Rolle. Es gibt verschiedene Muskelpartien: stark durchblutete Muskeln oder mit Bindegewebe, Sehnen und/oder Fett durchzogene Muskeln.

Nicht immer wird Muskelfleisch als solches bezeichnet, zum Beispiel zählen auch

  • Lefzen/Maulfleisch oder auch Kopffleisch
  • Kronfleisch
  • Zunge
  • Magen/Darm
  • Schenkelfleisch
  • Bauchfleisch
  • reines Schlundfleisch ohne Speiseröhre und Schilddrüse

zum Muskelfleisch. Weniger geeignet, wegen einer möglichen hormonellen Belastung sind dagegen folgende zum Muskelfleisch gehörende Partien:

  • Geschlinge
  • Kehlfleisch
  • Speiseröhre/Schilddrüse

Zum Muskelfleisch wird auch Fisch gezählt. Fisch sollte in einem abwechslungsreichen BARFplan mitgefüttert werden, um die Vitamin D Versorgung zu sichern. Fisch wird in der Regel komplett angeboten, es eignen sich z.B. Forellen, Wildlachs, Sardinen, Sprotten oder Lachskopf.

 

Bei der Fütterung von Muskelfleisch sollte auf einen Fettgehalt von etwa 15% (manchmal auch bis zu 25%, z.B. bei Sporthunden) geachtet werden, da der Hund diesen als Energielieferant benötigt. Bei dauerhaft zu fettarmer Fütterung wird der Hundekörper gezwungen die Energie aus Proteinen zu gewinnen. Dabei können Abfallstoffe wie z.B. Ammoniak enstehen. Da Niere und Leber diese Stoffe abbauen müssen, kann es zu Überlastungen dieser Organe kommen. Liegt der Fettgehalt dauerhaft über 25% kann die Bauchspeicheldrüse überfordert werden und eine Pankreatitis entwickeln.

 

Heutzutage gibt es auf dem Markt ein breites Angebot an Muskelfleischarten, es ist sogar möglich Känguru-, Lama- oder Wasserbüffelfleisch  zu erhalten. Die Auswahl wird immer grösser und vielfältiger. So ist es durchaus recht einfach auch einen allergischen Hund zu BARFen. Idealerweise sollte man 3-4 Fleischarten füttern um eine abwechslungsreiche Kost und verschiedene Nährstoffe anzubieten, hierbei empfehle ich immer heimische Tierarten, da diese nicht importiert werden müssen und man meist auch Innereien und Knochen davon erhält. Man sollte sich 1-2 Tierarten aussparen, um ihm Fall einer notwendigen Ausschlussdiät nicht unbedingt auf die Exoten zurückgreifen zu müssen.

Zum "Standartsortiment" zählt bei vielen grossen BARF-Shops unter anderem:

  • Geflügel (Huhn, Pute, Ente)
  • Strauss
  • Rind/Kalb
  • Pferd
  • Ziege/Schaf/Lamm
  • Wild
  • Kaninchen

Von der Fütterung von rohem (Wild-)Schweinefleisch rate ich strikt ab! Schweine können, das für Hunde tödliche Aujetzky Virus in sich tragen. Zwar gibt es in Deutschland seit längerer Zeit  keine Fälle mehr bei Hausschweinen (im Gegenteil zu den heimischen Wildschweinen), aber in unseren Nachbarländern tritt es immer wieder auf - man weiß deshalb nie ganz sicher ob es sich bei importierten Tieren um Träger des Virus handelt.

Bei der Fütterung von Hühnerfleisch braucht man sich auch keine Sorgen um eine mögliche Salmonellenerkrankung des Hundes machen, da ein gesunder Hund in der Lage ist die Erreger mit seiner Magensäure abzutöten.

 

Bilder: PDPhotos, manfredrichter, PublicDomainPictures, Zichrini - Pixabay