Beutetier Baukasten - Komponente 2 = Innereien

Von vielen Hundehaltern vergessen oder gar verabscheut: die Innereien. Oftmals glibberig und glitschig - aber sehr Vitamin- und Mineralstoffreich und deshalb eine unverzichtbare Komponente beim BARFen!

Leider denke viele Hundehalter auch, Innereien seinen minderwertig oder voller Giftstoffe und lassen sie deshalb außen vor, da sie aber zu einer ausgewogenen, gesunden Hundeernährung dazugehören müssen, möchte ich etwas Licht ins Dunkel bringen und diese Wunderwerke der Natur näher vorstellen.

Organe sind die Maschinerie des Körpers, sie erledigen eine Vielzahl von Aufgaben, ohne die ein Körper nicht funktionieren würde: sie speichern Nährstoffe, filtern Giftstoffe, produzieren Blut und Hormone uvm.

Nicht alle Organe,  die ein Körper besitzt werden beim BARFen genutzt. In einem guten, bedarfsdeckenden BARFplan sind die essbaren Innereien mit 15% des tierischen Anteils berechnet.

  • Die wichtigste Innerei, ist die Leber ! Sie gehört zu den Entgiftungsorganen und hilft dem Körper Stoffwechselprodukte, Medikamente & Giftstoffe abzubauen und auszuscheiden. Sie liefert vor allem Vitamin A & D und Eisen, sowie Kupfer, Biotin, Zink & Selen. Aufgrund ihres hohen Glykogengehaltes, sollte sie nicht in grossen Mengen verfüttert werden. Leber besetzt aufgrund ihres Vitamin- & Mineralienreichtums 1/3 der gesamten Innreienration.
  • Die Niere gehört auch zu den Entgiftungsorganen, auch sie scheidet Stoffwechselprodukte und Giftstoffe aus. Sie nährt den Hund mit Natrium, Seelen, Kalium, Vitamin B12, Biotin & Folsäure - auch sie ist gerade aufgrund ihres hohen Vitamin B-Gehalts eine wichtiger Bestandteil der Innereien.
  • Die Milz ist ein Blutspeicherorgan, aufgrund ihres Reichtums an Kalium, Eisen, & Vitamin E auch von grosser Bedeutung für den Hund.
  • Das Herz nimmt eine spezielle Position ein - da es eigentlich zum mageren, hochwertigen Muskelfleisch zählt, aber aufgrund des hohen Taurin-Gehaltes als Innerei berechnet wird.
  • Da die Lunge sehr bindegewebshaltig ist, gehört sie zu den eher unwichtigen Komponenten. Sie agiert oftmals auch nur als Füllstoff, da sie einen geringen Fettanteil enthält.

Da die Leber 1/3 der Innereienration einnimmt, werden die anderen Komponenten zu gleichen Teilen auf die restlichen 2/3 aufgeteilt (nach Swanie Simon). Innereien können zu weichem Kot/Durchfall führen, deshalb eignen sie sich sehr gut als "Beilage" zu RFK (rohen, fleischigen Knochen), da diese eher stopfend wirken. Viele Hunde vertragen sie auch besser als Mahlzeit am Morgen, genauso wie auch RFK - deshalb stellen sie gemeinsam ein hervorragendes Frühstück dar.

Wenn Ihr Hund keine Innereien annimmt oder sie nur sehr wiederwillig frisst, gerade auch in der Umstellung auf BARF, besteht die Möglichkeit diese etwas anzubraten oder anzudünsten. Oftmals hilft dieser Trick, um den Hunden das Ganze etwas schmackhafter zu machen. Sollte Ihr Hund aber trotz allem die Innereien ablehnen, kann man diese leider nicht ohne weiteres ersetzten. Da dem Hund wichtige Vitamine & Mineralien fehlen würden, sollte man sich in solch einem Fall die Hilfe einer Ernährungsberatung oder einer/s Tierheilpratiker/in mit Ernährungsausbildung suchen.

Bild: Hans - Pixabay