Wasserspass mit Folgen - die Wasserrute!

Unseren Sam hat es erwischt! Nachdem er am Sonntag ein ausgiebiges Bad zur Abkühlung mit einer grossen Schwimmeinheit in einem kalten Bach genossen hat, stand er trotz der Sommerwärme am Abend plötzlich wie ein begossener Pudel da!

Diagnose: "Kokzygeale Myopathie" - auf deutsch "Wasserrute"!

 

Die Wasserrute oder auch Hammelschwanz, Cold Tail Syndrome, Dead Tail, usw. genannt, ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die häufig nach dem ausgiebigen Bad in kaltem Wasser oder bei kalter, feuchter Witterung entsteht.

Der Hund streckt plötzlich den Rutenansatz horizontal etwas weg, der Rest der Rute hängt aber schlaff und bewegungslos nach unten. Der Hund kann ruhelos und nervös wirken, da er unter grossen Schmerzen leidet, er hat Probleme sich hinzusetzen und sitzt deshalb im Welpensitz (Becken wird seitlich weggekippt). Oftmals hat der Hund auch Probleme beim Kot absetzen, da auch dies sehr schmerzhaft ist. Der Rutenansatz wird oft auch beleckt und beknabbert. Der Hund ist unter Umständen sehr berührungsempfindlich und kann sogar aggressiv reagieren, seine Schmerzen ähneln denen, die uns Menschen als Hexenschuss bekannt sind.

 

Leider ist der genaue Grund für das Entstehen einer Wasserrute immer noch recht unerforscht. Es gibt Theorien um was es sich eigentlich handelt:

  • Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Mangeldurchblutung, da der Rutenansatz kalt und/oder nass ist und deshalb das Blut schlechter zirkuliert. Dies hat eine Muskelschädigung, bzw. einen Muskelfaserriss zur Folge. Diese Theorie wird durch erhöhte Creatinasewerte im Blut betroffener Hunde unterstützt.

Andere Gründe, die aber noch nicht wirklich bestätigt sind, ist eine Stauchung der oberen Schwanzwirbel oder eine Entzündung zwischen den Wirbeln aufgrund von Überbelastung. Oftmals liegt der Ursache ein intensives Training/Arbeiten oder eine kalte Nässe zu Grunde. Hunde, wie zum Beispiel der Labrador neigen aufgrund ihrer erhöhten Rutenaktivität (Nutzung als Ruder) beim schwimmen etwas mehr dazu. Aber auch andere Rassen sind nicht davor geschützt, es liegt eher an den Aufgaben und Vorlieben des Hundes als an einer Rassenprädisposition. Meist sind Rüden im Alter zwischen 1-4 Jahren betroffen.

 

Man sollte zur Diagnose immer einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufsuchen, um andere Krankheiten, z.B. Lähmungen im Bereich der Rute, Analdrüsenentzündung, Bandscheibenvorfälle oder Arthrose auszuschließen.

 

Behandelt wird die Wasserrute mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, unterstützt werden diese auch durch homöopathische Mittel und Wärmebehandlungen, z.B. Rotlicht, Kirschkernsäckchen oder warme Lavendelwickel am Rutenansatz, wenn es sich der Hund gefallen lässt.

Der Hund braucht Ruhe und sollte keine weiten Spaziergänge machen, kurze Pippi-Runden reichen vollkommen aus. Für eine Heilung hilfreich sind auch Besuche beim Tierphysiotherapeuten oder eine Laserbehandlung.

 

Normalerweise bessert sich der Zustand innerhalb von 3-5 Tagen zusehends und nur in sehr wenigen Fällen bleibt eine leichte Verformung der Rute zurück. 

 

Um einem erneuten Auftreten vorzubeugen, empfiehlt sich ein aufbauendes Training mit Aufwärmphase, damit es nicht zur Überbeanspruchung kommen kann und das sofortige Abtrocknen des Hundes nach der "Arbeit", damit er nicht auskühlt sind auch sogenannte Hundebademäntel empfehlenswert.